[Event "Internationales Meisterturnier"] [Site "Dresden"] [Date "1926.04.10"] [Round "6"] [White "Steiner, Lajos"] [Black "Nimzowitsch, Aaron"] [ECO "B30"] [Result "0-1"] 1.e4 c5 2.Nf3 Nc6 3.Nc3 e5 4.Bc4 d6 5.h3 Be6 6.d3 Be7 7.O-O h6 8.Nd5 Nf6 9.Nh4 Nxd5 10.exd5 Bxd5 11.Nf5 Bxc4 12.dxc4 g6 13.Nxh6 Qd7 14.Qd5 Nd8 15. Be3 f5 16.Ng8 Bh4 17.g3 Qe6 18.Rad1 Rxg8 19.gxh4 f4 20.Bxf4 Qxd5 21.Rxd5 exf4 22.Rxd6 Ke7 23.Rfd1 b6 24.Rd7+ Kf6 0-1 [Event "Internationales Meisterturnier"] [Site "Dresden"] [Date "1926.04.10"] [Round "6"] [White "Steiner, Lajos"] [Black "Nimzowitsch, Aaron"] [ECO "B30"] [Result "0-1"] [Source "Die Praxis meines Systems, Partie 52"] [Annotator "Nimzowitsch, Aaron"] 1.e4 c5 2.Nf3 Nc6 3.Nc3 e5 {Zu einem solchen Zuge gehört Mut und - der Glaube an die Bedeutung der Blockade. Der Textzug opfert ein Tempo (Nichtentwicklung einer Figur) und schafft ein Loch auf d5, alles nur, um d2-d4 zu verhindern und so den Gegner zu hemmen.} 4.Bc4 d6 5.h3 Be6 6.d3 Be7 7.O-O h6 {Schwarz läßt sich Zeit. Dem Gegner fehlt es an wirksamen Zügen.} 8.Nd5 {Um die Stärke von d5 zu betonen; dies ist aber, wie sich bald herausstellt, nur unter Opfern - materiellen oder positionellen - erreichbar.} 8...Nf6 {Nimmt d5 unter Feuer,} 9.Nh4 {während Weiß d5 auf kombinatorischem Wege zu behaupten sucht.} 9...Nxd5 ( {Schlecht wäre} 9... Nxe4 10.dxe4 Bxh4 {wegen} 11.f4 ) 10.exd5 Bxd5 11.Nf5 ( {Die das Unternehmen (siehe 8. Zug und die Anmerkung hierzu) stützende Opferaktion. Weiß gewinnt zwar seinen Bauern wieder, erhält aber einen Doppelbauern: das gebrachte Opfer erweist sich somit als ein solches positioneller Art. Statt dessen hatte er auch die Möglichkeit, ein Opfer an Material zu bringen, und zwar durch} 11.Bxd5 Bxh4 {und nun} 12.f4 {mit Angriffschancen. Zum Remis sollten u. E. sowohl das positioneile als auch das materielle Opfer ausreichen.} ) 11...Bxc4 12.dxc4 g6 $1 ( {Oder} 12... O-O $2 13.Qg4 Bg5 14.h4 {usw.} ) 13.Nxh6 Qd7 14.Qd5 Nd8 15.Be3 ( {Falls} 15.Ng4 {so} 15...f5 16.Ne3 Ne6 {nebst 0-0-0. Die Situation ließe sich dann so charakterisieren, daß wir sagen: Schwarz hätte Spiel in der h-Linie, während jeder weiße Angriffsversuch sich an der kompakten gegnerischen Bauernmasse verbluten müsse.} ) 15...f5 16.Ng8 Bh4 17.g3 Qe6 18.Rad1 $2 ( {Der Verlustzug, sofortiges} 18.gxh4 Rxg8 ( {nicht} 18...Qxd5 $2 {wegen} 19.Nf6+ ) 19.Bg5 {dürfte, wie ich heute glaube, zum Remis ausreichen, zum Beispiel:} 19...Qxd5 20.cxd5 Rh8 21.f4 e4 22.Rae1 {und 23. Te1-e3.} ) 18...Rxg8 19.gxh4 f4 {Nun gelangt der Läufer nicht mehr nach g5.} 20.Bxf4 ( {Oder} 20.Bc1 Qxd5 21.Rxd5 Nf7 {nebst 0-0-0 und Th8 mit mühelosem Gewinn für Schwarz.} ) 20...Qxd5 21.Rxd5 exf4 22.Rxd6 Ke7 23.Rfd1 b6 24.Rd7+ Kf6 {und Weiß gab nach einigen belanglosen Zügen auf. Man gewinnt den Eindruck, daß die den Punkt d5 etwas schwächende Spielweise (1. ... c5 in Verbindung mit 3. ... e5) doch korrekt ist, denn Weiß konnte d5 nur mühsam behaupten und hätte damit höchstens ein Remis erreichen sollen.} 0-1